Patricks Momentaufnahmen

Patricks Momentaufnahmen

Momentaufnahmen, 1. September – 15. September 2020

Momentaufnahmen, 1. August – 15. August 2020

12. August 2020
Ich sitze morgens an meinem Buch, überarbeite den ersten Entwurf. Seit ich an dem Buch arbeite, fühle ich mich als Anfänger, manchmal sogar als Hochstapler. Habe Zweifel, ob ich das kann. Finde höchstens mittelmäßig, was ich geschrieben habe. Aber heute merke ich, dass ich mittlerweile in der Lage bin, zu erkennen, was gut ist und was nicht. Ich habe hunderte Bücher gelesen. Ich habe viel geschrieben. Wie ein Sportler im Finale feuere ich mich an: Ich weiß, wie das geht. Ich muss nur die Arbeit machen. Scheiß auf die Zweifel.

Momentaufnahmen, 16. Juli – 31. Juli 2020

22. Juli 2020
Ich lese ein Buch über sogenannte "Scanner"-Persönlichkeiten: Menschen, die sich für alles Mögliche interessieren, außer dafür, Spezialist zu sein. So jemand zu sein ist spannend und unterhaltsam, und ich will nicht mehr tauschen, aber einfach ist es auch nicht. Das Buch macht Mut, sich als Scanner zu akzeptieren und sich das Leben so zu bauen, wie es passt.

Momentaufnahmen, 1. Juli – 15. Juli 2020

13. Juli 2020

Wenn ich mich wieder mal frage, warum ich so viel mehr in meiner Vorstellung erschaffe als in der Realität, dann liegt das vielleicht daran, dass meine Gedanken mir realer und direkter vorkommen als das, was in der Welt um mich herum passiert.

Momentaufnahmen, 16. Juni – 30. Juni 2020

16. Juni 2020

Ich nehme eine Tablette gegen meinen Heuschnupfen. Das enthaltene Pseudoephedrin treibt mich fünf Stunden lang an und ich ackere wie ein Duracell-Häschen. Vielleicht sollte ich aus dienstlichen Gründen häufiger Aufputschmittel nehmen.

Momentaufnahmen, 1. Juni – 15. Juni 2020

15. Juni 2020
Ich habe es schon hundertmal gemerkt, ich werde es auch noch nach weiteren hundert Malen wieder vergessen: Mache ich meine Arbeit, geht es mir gut. Mache ich sie nicht, dann eben nicht. Und wieder von vorne.

Momentaufnahmen, 16. Mai – 31. Mai 2020

25. Mai 2020
Heute ist der vierte Todestag meines Vaters. Und auch, wenn es ein trauriges Ereignis war, so verdanke ich diesem Tag eine wichtige Erkenntnis: die meiner eigenen Endlichkeit. Seit mein Vater tot ist, lebe ich mein Leben bewusster und dankbarer.

Momentaufnahmen, 1. Mai – 15. Mai 2020

7. Mai 2020
In Görlitz Wohnungen besichtigen. Wir erfahren den Unterschied zwischen Käufer- und Verkäufermarkt. Wir drängeln uns nicht mit 20 Konkurrenten in den Wohnungen und werden behandelt wie Kunden, nicht wie erbärmliche Bittsteller. Das ist für mich echte Ortsunabhängigkeit: Wenn alle nach Berlin wollen, gehen wir halt woanders hin.

Momentaufnahmen, 16. April – 30. April 2020

21. April 2020
Gestern noch groß angekündigt, gestern Abend dann die traurige Nachricht: Der Summer of Pioneers in Homberg wird auf nächstes Jahr verschoben. Erst bin ich enttäuscht, dann verärgert, dann merke ich: Mein Ärger kommt hauptsächlich daher, dass ich nicht bekomme, was ich will. Doch daran muss man sich dieses Jahr gewöhnen. Statt mich zu ärgern, will ich mich also an den Dingen freuen, die ich habe, und einfach neue Pläne für den Sommer machen.